Deutsch-Japanischer Hain in Todendorf

Bearbeitetete Findlinge

Bearbeitetete Findlinge

Fernöstliches Flair in einem ehemaligen Gutspark – diese überraschende Mischung bietet der Deutsch-Japanische Hain in Todendorf.
Hier gibt es allerdings keine fein geharkten Sandflächen und auch keinen Miniaturgarten mit wenigen präzise angeordneten

hrend der DDR-Zeit heruntergekommene Gutshaus Todendorf saniert und als deutsch-japanische Begegnungsstätte und Ausstellungsort genutzt. Der zum Gutshaus gehörende und über Jahrzehnte verwilderte Park wurde ebenfalls wiederhergestellt und wird nach und nach mit japanischen Gartenelementen ergänzt.

Lauschige Plätze

Lauschige Plätze

Durch ein wuchtiges japanisches Holztor betrete ich den etwas erhöht liegenden fernöstlichen Teil des Parks. Verschlungene Wege führen durch ein mit Aufschüttungen und Trockenteichen stark gegliedertes Gelände. Die von teilweise exotischen Sträuchern und Gehölzen gesäumten Wege schlängeln sich vorbei an meditativen Plätzen, die zum Verweilen einladen, lauschigen Bänken unter berankten Laubendächern und geheimnisvollen Inschriften auf Steinen und Holztafeln. In Workshops von deutschen und japanischen Künstlern geschaffene Holzskulpturen und bearbeitete Findlinge setzen Akzente. Der alte Baumbestand und das vorhandene Gelände wurden harmonisch einbezogen. Sichtachsen bieten Ausblicke in die weite mecklenburgische Landschaft, in die der Park übergeht.

Svantevit im Unterholz

Svantevit im Unterholz

Im angrenzenden waldartigen Teil des Parks hat der Künstler Heinrich Johann Radeloff mit viel Liebe zum Detail einige Bereiche mit verschiedenen thematischen gartenkünstlerischen Installationen gestaltet. Diese greifen Motive der fernöstlichen und der abendländischen Mythologie auf. Die in den vorhandenen Park eingebetteten, teilweise sehr kleinteiligen Gestaltungen sind humorvoll-ironisch wie „Das Ei aus Teterow“ am „Hang der verborgenen Tiefe“ oder auch skuril wie der „Platz der versunkenen Gerechtigkeit“. Der Rundgang führt mich noch an einigen überraschenden Entdeckungen im Unterholz vorbei wie der vierköpfigen slawischen Gottheit Svantevit.

Alles ist hier nur aus Materialien geschaffen, die direkt vor Ort zu finden sind, abgestorbene Äste, Baumstümpfe, Steine und Wurzeln. Nicht ist hier für die Ewigkeit konzipiert, Verfall gehört zum Konzept. Ich spüre die Vergänglichkeit und frage mich, wie Svantevit wohl aussieht, wenn ich ihn das nächste Mal besuche.

Todendorf liegt an der B 108 ca. 8 km nördlich von Teterow in Richtung Rostock.

Lageplan

 

 

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